Materialien

Verschiedene Komponenten aus unterschiedlichen Materialien

Die heutigen Endoprothesen bestehen aus verschiedenen Komponenten modular aufgebauter Hüftgelenk-Systeme.

Es gibt folgende Gleitpaarungen:

  • Metall/Polyethylen
  • Keramik/Polyethylen
  • Keramik/Keramik
  • Metall/Metall

Das in den Beckenknochen eingesetzte Pfannengehäuse (Metallschale) wird mit einem Pfanneneinsatz bestückt. Der Pfanneneinsatz stellt eine Gelenkfläche der Endoprothese dar. Der Kugelkopf, der über den Prothesenschaft mit dem Oberschenkel verbunden ist, bildet das Gegenstück. Kugelkopf und Pfanneneinsatz bilden somit die so genannte Gleitpaarung und reiben bei Bewegung ständig aneinander.

Pfanneneinsatz und Kugelkopf stehen in verschiedenen Materialien zur Verfügung. So kann bei den Pfanneneinsätzen zwischen gewöhnlichem Polyethylen, hoch vernetztem Polyethylen oder Keramik gewählt werden. Bei den Kugelköpfen besteht die Wahl zwischen Metall und Keramik. In der Gleitpaarung sind Materialkombinationen möglich.

Hüftprothesen, die mit verschleißfester Keramik ausgerüstet sind, bieten Patienten eine hochwertige Versorgung, die ihnen die Möglichkeit der Wiedererlangung eines hohen Maßes an Lebensqualität über einen langen Zeitraum eröffnet. Keramik hat sich aufgrund verschiedener Vorteile im Langzeiteinsatz besonders bewährt. Keramische Kugelköpfe und Pfanneneinsätze bieten insbesondere aktiven und jüngeren Patienten sowie Patienten mit Metallallergie die bestmögliche Lösung.

BIOLOX® Kugelköpfe und -Pfanneneinsätze aus Hightech-Keramik stehen für die meisten modularen Hüftsysteme zur Verfügung (siehe nebenstehende Abbildung).

Keramikkugelkopf: Geringerer Polyethylenabrieb als bei Metallkugelkopf

Wenn Kugelköpfe aus Metall und Pfanneneinsätze aus Polyethylen (Kunststoff) verwendet werden, ist die Abriebrate und in der Folge die Gefahr einer frühzeitigen Prothesenauslockerung besonders hoch. Klinischen Untersuchungen zufolge reibt sich der Polyethylen-Pfanneneinsatz jährlich um mehr als 0,2 mm ab. Häufig weist die Oberfläche des Metalls feine Kratzer auf, was die Abriebrate noch einmal drastisch erhöht. Bei Laboruntersuchungen von zerkratzten Metallkugelköpfen wurde eine Zunahme des Polyethylenabriebs auf das 30-fache gefunden.

Keramikkugelköpfe verringern den Abrieb in Polyethylen-Pfanneneinsätzen auf deutlich weniger als 0,1 mm. Außerdem kann die Keramikoberfläche im Gegensatz zur Metalloberfläche nicht zerkratzen. Die Keramik/Polyethylen-Gleitpaarung (BIOLOX®delta oder forte/Polyethylen-Gleitpaarung) reduziert die Rate von Implantatauslockerung und Wiederholungsoperation sowie damit verbundene Komplikationen im Vergleich zu einer Metall/Polyethylen-Gleitpaarung um das 2 bis 5fache.

Die Erkenntnisse beruhen auf wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Fachpublikationen.